Montag, 9. Dezember 2019

Anne Dill // Es kommt ein Schiff geladen

Es kommt ein Schiff geladen

bis an sein höchsten Bord.

Trägt Gottes Sohn voll Gnaden,

des Vaters ewigs Wort.

 

Es kommt ein Schiff geladen

bis an sein höchsten Bord.

Ganz sicher ist es überladen,

so viele Passagiere – von ihnen kein Wort.

 

Das Schiff geht still im Triebe,

es trägt ein teure Last.

Das Segel ist die Liebe,

der Heilig Geist der Mast.

 

Das Schiff liegt still im Wasser,

es trägt ein teure Last.

Am Ufer stehn die Hasser,

das Schiff hat keinen Mast.

 

Der Anker haft auf Erden,

da ist das Schiff an Land.

Das Wort will Fleisch uns werden,

der Sohn ist uns gesandt.

 

Anker werfen – das geht nicht,

an Land da ist kein Platz.

Die Häfen, die sind dicht,

es ist Advent – was für ein Gegensatz!

 

Zu Bethlehem geboren

im Stall ein Kindelein.

Gibt sich für uns verloren,

gelobet muss es sein.

 

In Afrika geboren,

ihr Grab das Mittelmeer,

auch für uns sind sie verloren,

ihr Platz – der bleibt nun leer.

 

Und wer dies Kind mit Freuden

umfangen, küssen will,

muss vorher mit ihm leiden

groß Pein und Marter viel.

 

Und wer dies Kind mit Freuden

empfangen, feiern will,

der öffne seine Augen

für Angst und Leid so viel.

 

Es kommt ein Schiff geladen

man hört fast keinen Ton.

Leben hängt am seid’nen Faden,

an Bord auch heute Gottes Sohn.

Bild: Anestiev / pixabay.de

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