Seite auswählen

Freitag, 7. Dezember 2018

Robert Brühl // Schnee-Eule

Ich hatte als Kind eine Eule. Keine richtige Eule natürlich, sondern eine aus Porzellan. Meine Oma hatte sie mir geschenkt. Es war eine Schnee-Eule, genau wie bei Harry Potter. Und genau wie Harry Potter, nannte ich meine Schnee-Eule Hedwig. Hedwig stand bei mir im Zimmer auf dem Fensterbrett und guckte mich an. Während bei uns im Advent alles grau in grau war, lag in den Büchern rund um Harrys Zauberschule Hogwarts spätestens ab Mitte Dezember ein Meter Schnee.

Alle Räume wurden liebevoll weihnachtlich geschmückt – und Zeit für eine Schneeballschlacht hatten Harry und seine Freunde auch irgendwie immer. Weihnachten bei Harry Potter schien mir zauberhaft zu sein, voll Magie, Ruhe und Freundlichkeit.

Bei uns daheim hingegen war es stressig. Am schlimmsten war der Vormittag an Heiligabend. Alle rannten durcheinander und wollten irgendwas erledigen – ohne Ruhe und ohne Magie. Am Nachmittag gingen wir in die Kirche. Dort hörten wir eine Geschichte, die viel älter war als die älteste Sage aus Harry Potters Zauberwelt: Die Geschichte des Jesuskindes, das der Welt ewigen Frieden bringen würde.

Wundervoll, zauberhaft, diese Geschichte. Und ich spürte, wenn wir heimkamen, dass sich etwas verändert hatte: Die Hektik war verschwunden. Was blieb, waren Ruhe, Gelassenheit und Liebe. Harry Potters wunderbare Weihnachten waren Wirklichkeit geworden, wie durch Zauberei. Erst allmählich begriff ich, dass Weihnachten viel mehr ist. Und ich fühle mich wie verzaubert, wenn ich merke, wie die frohe Botschaft der Geburt Jesu die Welt verändert.

advent-e als Abo

Jeden Tag eine kleine Andacht

Mit dem Newsletter zu advent-e erhalten Sie die aktuelle Andacht aus dem Predigerseminar in Loccum direkt in Ihr E-Mail-Postfach

Pin It on Pinterest