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Montag, 17. Dezember 2018

Urs Christian Mundt // Wo ist der Friede?

Wo ist der Friede?

von Vikar Urs Christian Mundt

Als Vikar werde ich oft gefragt: Was hat Jesus eigentlich verändert? Wenn er der Friedefürst ist, wieso ist dann so viel Unfrieden in der Welt?

Wo solche Fragen aufkommen, ist guter Trost teuer. Mir kommt dann eine Stelle beim Propheten Jeremia in den Sinn, wo Gott spricht:
„Propheten und Priester gehen alle mit Lügen um und heilen den Schaden meines Volks nur oberflächlich, indem sie sagen: „Friede! Friede!“, und ist doch nicht Friede.“

In der Tat: Wenn die Adventsbotschaft mich über das wahre Elend der Welt hinwegtäuschen soll, ja wenn sie auf diese Weise nur dazu beiträgt, dass alles so bleibt wie es ist, dann wäre ich reichlich betrogen. Dann hat Karl Marx recht, wenn er Religion das Opium des Volkes nennt.

Und wo ist er nun, der Friede? In meinem Land? Hier und da vielleicht, je nach Sichtweise. In meiner Familie? Hier und da vielleicht, je nach Sichtweise. In meiner Kirche? Hier und da, vielleicht, auch hier kann man es so und so sehen. Meine Bilanz ist sehr gemischt.

Also nochmal: Was hat er, der Friedefürst, bewirkt?
Als Christ glaube ich: Er hat unserer Hoffnung auf eine friedliche Welt einen neuen Grund gegeben und damit alles verändert. Ja, sein Friede ist ein Friede auf Hoffnung. Aber er ist grundlegend, so grundlegend, dass er weder sichtbar noch beweisbar ist. Doch die Hoffnung auf diesen Frieden taucht alles in ein neues Licht. Die Welt, wie sie ist, rückt in eine völlig neue Perspektive, und wird eine andere, ja: eine bessere. Die Welt, die keine Zukunft zu haben scheint, bekommt wieder eine Zukunft, durch Gottes Advent in unserer Welt.

Vikar Urs Christian Mundt

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