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Samstag, 15. Dezember 2018

Robert Brühl // Advent – Zeit der „grauen Männer“?

Advent - Zeit der "grauen Männer"?

von Vikar Robert Brühl

Mich erinnert Advent oft an das Buch Momo, in dem finstere graue Herren den Menschen die Zeit stehlen. Alle werden immer gehetzter und die Welt immer grauer. Ist der Advent die Zeit der grauen Herren? Stehlen sie uns Weihnachten?

Ich stehe in der Fußgängerzone meiner Heimatstadt. Ich sehe gehetzte Menschen, gestresste Gesichter. Aber eins ist anders als bei Momo: Über allem liegt ein warmer weicher Glanz. An den Laternen hängen leuchtende Sterne, und überall blinkt fröhliche Weihnachtsdeko. Irgend jemand hat sich Zeit genommen, um die Geschäfte und die Stadt zu schmücken. Das warme Licht von künstlichen Kerzen und Rentier-Nasen durchbricht das grau in grau. Hier und da steht auch eine Krippe mit einem Licht darin.

Mir kommt ein Satz Jesu in den Sinn: Ich bin das Licht der Welt. Dieser Satz ist eine Kampfansage an die Grauen Herren von Momo und die farblose Dunkelheit der Welt. Weihnachtsdeko mag häufig kitschig sein. Aber vielleicht erinnert sie uns daran, dass Weihnachten mehr ist als ein Fest, das alle Welt vier Wochen lang in Hektik versetzt. Dass Weihnachten mit Licht zu tun hat, dass an Weihnachten Gott in die Welt gekommen ist. Das Licht der Welt, das Farben zum Leuchten bringt, wo vorher alles grau zu sein schien.

Auch wenn der Advent ein bisschen grau, dunkel und hektisch sein mag: An Weihnachten spüre ich dann umso mehr wie gut mir das Licht und der Frieden tun, die das Kind in der Krippe in die Welt gebracht hat.

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